Bericht des Kölner Stadtanzeigers - Elf Freunde wollen sie jetzt sein

VON BRITTA GÜRKE, 06.02.04,
Aus juristischen und organisatorischen Gründen haben die Vorstände den neuen Verein bereits zum Jahresende 2003 gegründet. Ob der BSC aber tatsächlich Nachfolger von VfL und SVR wird, entscheidet erst das Votum der Mitglieder.
Am heutigen Freitag entscheidet sich, ob der Schönenberger VfL und die SVR Ruppichteroth künftig gemeinsam als Bröltaler SC auflaufen.
Ruppichteroth - Schönenberg, Privat sind sie schon lange bestens aufeinander eingespielt, nun könnten sie auch auf dem Rasen bald ein sportliches Team bilden.
Wenn am heutigen Freitag die Mitglieder des Vereins für Leibesübungen Schönenberg (VfL) und der Spielvereinigung Ruppichteroth (SVR) Ruppichteroth zu ihren Jahreshauptversammlungen zusammen kommen, müssen sie eine für die Zukunft der Vereine bedeutende Entscheidung treffen.
Haben sie die Mehrheit auf ihrer Seite, werden die Vorsitzenden Helmut Seuther (SVR) und Rolf Siebigteroth (VfL) ihre Fußballmannschaften nämlich bald gemeinsam als Bröltaler Sportclub 03 (BSC 03) auf das Spielfeld schicken.
Der Zusammenschluss als neuer Club soll beiden Vereinen helfen, ihre schwierige Situation zu überwinden.
„Vor allem in der Fußballabteilung haben wir schon seit einigen Jahren Probleme. Uns fehlt einfach der Nachwuchs“, sagt SVR-Pressewart Dirk Müller.
VfL-Vorsitzender Rolf Siebigteroth berichtet ähnliches: „Es kommen zu wenig junge Leute nach.
Deshalb wird es mittlerweile sogar schwierig, die Seniorenmannschaften zu erhalten.“
Schon seit gut fünf Jahren arbeiten beide Vereine deshalb auf ihrem mitgliederstärksten Gebiet, dem Fußball, eng zusammen.
So bildeten sie gemeinsam mit dem TuS Winterscheid eine Jugendabteilung, deren erfolgreiche A-Jugendspieler nun bald die Senioren unterstützen sollen.
Auch deshalb müsse nun dringend eine Entscheidung fallen, meint Siebigteroth: „Dieses Potenzial zu verlieren, wäre nicht vertretbar.
Die jungen Leute müssen eine Perspektive haben und in einer Mannschaft weiter spielen können.“
Die Idee, einen neuen Verein zu gründen, stieß nicht bei allen Mitgliedern gleich auf Begeisterung. „Schönenberg und Ruppichteroth waren natürlich einmal Konkurrenzvereine.
Daran können sich vor allem die älteren Mitglieder noch gut erinnern“, so Müller.
Auch Siebigteroth weiß, dass Fans und Spielern in beiden Orten die Vereinsfarben ans Herz gewachsen sind. „Viele Leute haben noch die Lokalderbys zwischen Ruppichteroth und Schönenberg miterlebt.
Man kann niemandem verdenken, wenn ihm die Entscheidung schwer fällt.“ Der Schönenberger betont jedoch auch: „Aus sachlicher Perspektive haben wir keine andere Möglichkeit.“
Eine Fusion von VfL und SVR, bestätigt Müller, habe man von Anfang an ausgeschlossen: „Auf keinen Fall sollte ein Verein den anderen schlucken.“
Zunächst sollen im BSC nur die Fußballabteilungen organisiert sein, ob und wann auch die anderen Sportler wie die sehr erfolgreichen Taekwondo-Mannschaften der Ruppichterother oder die Volleyballer aus Schönenberg nachrücken, will man nach ersten Erfahrungen entscheiden.
Erkennbar sein wird der BSC an den Farben Blau und Weiß.
Aus juristischen und organisatorischen Gründen haben die Vorstände den neuen Verein bereits zum Jahresende 2003 gegründet.
Ob der BSC aber tatsächlich Nachfolger von VfL und SVR wird, entscheidet erst das Votum der Mitglieder. Die Ruppichterother sehen den Wahlen zuversichtlich entgegen.
„Wir rechnen mit einer klaren Mehrheit“, so SVR-Vorsitzender Seuthe. „Es wird wohl auch Abmeldungen geben, sicherlich gewinnen wir aber auch neue Mitglieder dazu.“
Schönenbergs Siebigteroth zeigt Verständnis für diejenigen Mitglieder, die sich mit einer Neugründung schwer tun.
Viele seien seit 50 Jahren im Verein und könnten sich mit dem Gedanken eines einzigen Fußballclubs im Bröltal noch nicht anfreunden.
Wie es weitergehen soll, falls die Mehrzahl der Mitglieder sich gegen die Pläne stellt, spricht Dirk Müller sichtlich ungern aus: „Dann leben im Bröltal zwei kleine Vereine am Existenzminimum.“